Willkommen zu unserer Februar-Genusspost! Wir versorgen dich mit genussvollen Neuigkeiten aus der Welt von Slow Food im Februar..
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| Der Februar gehört den Hülsenfrüchten. Nicht den lauten, nicht den glamourösen – sondern jenen Zutaten, die im Hintergrund wirken. Bohnen, Linsen und Erbsen sind unscheinbar, manchmal fast übersehen. Und doch sind sie leise Revolutionäre auf unseren Tellern. Als Leguminosen gehen sie eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein und binden Stickstoff aus der Luft – ein natürlicher Dünger, der Böden fruchtbar hält. Sie kommen mit vergleichsweise wenig Wasser aus, lockern mit ihren tiefen Wurzeln den Boden und bereichern Fruchtfolgen. Gleichzeitig sind sie ernährungsphysiologisch kraftvoll: reich an pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und Mineralstoffen, sättigend und vielseitig einsetzbar. Als Zutaten erzählen sie von einer Küche, die gelernt hat, aus Wenigem viel zu machen – von Suppen, die wärmen, von Sterz, der satt macht, von einfachen Gerichten, die Generationen getragen haben. Hülsenfrüchte sind keine Modeerscheinung. Sie waren immer da – zwischen Rebstöcken, in Hausgärten, auf kleinen Feldern. Rund um den 10. Februar, dem Internationalen Tag der Hülsenfrüchte, lohnt sich ein genauerer Blick: auf Sorten, die beinahe verschwunden wären, und auf jene Menschen, die sie wieder anbauen und erhalten. Denn in Zeiten von Klimakrise und vielfach ausgelaugten Böden zeigt sich ihre Bedeutung deutlicher denn je: als agronomisch wertvolle Kulturpflanzen, als ressourcenschonende pflanzliche Eiweißquelle und als Schlüssel zu resilienteren, vielfältigeren Anbausystemen. | |
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aus der Arche des Geschmacks Alte Sorten & Rassen – Vielfalt bewahren. Essen, was wir retten wollen. | |
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| Zwischen Rebstöcken wuchs sie früher ganz selbstverständlich: die Ödenburger Sechs-Wochen-Bohne. Angebaut von den Ponzichter:innen rund um Sopron – Winzer:innen, die ihre Weingärten doppelt nutzten und neben Trauben auch Bohnen kultivierten. Ihr Name verrät Tempo: Sechs Wochen von der Aussaat bis zur frühen Ernte. Ihre Form ist nierenartig, leicht gebogen, ihr Geschmack mild und überraschend fein. In der Region war sie über Generationen hinweg die wichtigste Bohne – gekocht im Bohnensterz oder in saurer Suppe, einfache Gerichte mit langer Tradition. | | | |
Agnolotti-Schnecke mit Blutorangen-Butter | |
| Statt klassischer Hausmannskost wird die Sechs-Wochen-Bohne hier neu gedacht: Slow Food Köchin Bernadette Wörndl verwandelt sie in eine gefüllte Agnolotti-Schnecke. Der grüne Pastateig aus Spinat umhüllt eine feine Ricotta-Bohnen-Füllung, in der das cremig pürierte Bohnenmark auf zitronige Frische trifft. Serviert mit Blutorangen-Butter ist das Rezept eine feinsinnige Hommage an die italienische Pasta e Fagioli – und gleichzeitig ein Spiel mit regionaler Tradition, das zeigt, wie vielseitig alte Landsorten sein können, wenn man sie mit Respekt – und ein wenig Neugier – neu interpretiert. | | | |
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über den Tellerrand gelesen, gehört & entdeckt | |
| | „Die Weltgeschichte in zwölf Bohnen“ von Joël Broekaert Was nach einer kulinarischen Spielerei klingt, entpuppt sich als überraschend kluge Reise durch Politik, Kolonialgeschichte und Alltagskultur: In dreizehn kurzweiligen Kapiteln erzählt Joël Broekaert, wie Bohnen Imperien mitgetragen, Revolutionen begleitet und wissenschaftliche Durchbrüche ermöglicht haben. Erbse, Linse, Sojabohne – sie alle tauchen hier nicht als Beilage auf, sondern als Hauptakteurinnen der Weltgeschichte. Leicht geschrieben, mit feinem Humor und einem Gespür für überraschende Zusammenhänge, zeigt das Buch, wie sehr diese unscheinbaren Hülsenfrüchte globale Entwicklungen geprägt haben. | | |
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LeguNet-Podcast: Hülsenfrüchte für jeden Tag Auch der LeguNet-Podcast des FiBL widmet sich ganz den eiweißreichen Kraftpaketen. Hülsenfruchtexpertin Cecilia Antoni gibt praktische Tipps zu Einweichen, Kochen und Kombinieren – und zeigt, wie Erbse, Bohne und Linse selbstverständlich Teil unseres Alltags werden können. Neben gesundheitlichen Vorteilen geht es auch um Landwirtschaft und Selbstversorgung: Mehr heimische Hülsenfrüchte stärken Böden, aber auch unsere Ernährungssouveränität. Ein Podcast, der Lust macht, Hülsenfrüchte neu zu entdecken – und öfter auf den Teller zu bringen. | | | |
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| | die „Eat 30 Plants“ App Mit „Eat 30 Plants“ ist eine neue App aus Österreich gestartet, die spielerisch dazu motiviert, jede Woche mindestens 30 verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu essen. Statt Verzicht geht es um Vielfalt, Neugier und Bewusstsein: Nutzer:innen erfassen, was tatsächlich auf ihren Tellern landet – von Bohnen über Beeren bis zu Kräutern – und entdecken dabei neue Kombinationen. Die Idee basiert auf dem Bestseller „30 Pflanzen pro Woche“ von Katharina Seiser und auf aktuellen Erkenntnissen zur Mikrobiom-Forschung. Fast 1.000 Pflanzen sind in der kuratierten Datenbank erfasst, ergänzt durch saisonale Infos, Challenges und eine österreichische wie deutsche Version. | | |
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Slowpedia: Hülsenfrüchte Wer noch tiefer eintauchen möchte, findet im Slowpedia-Eintrag von Slow Food Deutschland eine fundierte und zugleich gut zugängliche Übersicht rund um Bohnen, Linsen, Erbsen & Co. Von kulturhistorischen Hintergründen über Sortenvielfalt bis hin zu aktuellen Herausforderungen in Landwirtschaft und Eiweißversorgung wird deutlich, warum Hülsenfrüchte mehr sind als Trendzutat. Der Beitrag zeigt, wie sehr Leguminosen Böden stärken, Fruchtfolgen bereichern und eine Schlüsselrolle im Proteinwandel spielen – und warum ihr Anbau in Europa wieder an Bedeutung gewinnt. Eine lesenswerte Zusammenstellung für alle, die verstehen möchten, weshalb Hülsenfrüchte auf den Speiseplan der Zukunft gehören. | | | |
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| | Bohna Vista – gute Aussichten für die Bohne Mit Bohna Vista bekommt die burgenländische Bohne eine neue Bühne. Der „Local Hub“ rund um die Gartenbohne versteht sich als offene Drehscheibe für Sortenvielfalt, Anbau, Saatgut und Rezeptideen mit dem Ziel, alte Bohnensorten nicht nur zu bewahren, sondern weiterzuentwickeln. Initiatoren sind Bio-Pionier Harald Strassner, der seltene Raritäten kultiviert, Lebensmitteltechnologe Roland Pöttschacher, der mit über 100 Herkünften experimentiert, und Kräuterpädagogin Uschi Zezelitsch, die die Bohne auch kulturell und pädagogisch neu verankert. | | |
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zu Gast bei Neue RESTAURANTS im Slow Food Genussführer | |
Kräuterwirtin Gerda Stocker | Bucklige Welt, Niederösterreich Im niederösterreichischen Kirchschlag führt Gerda Stocker ein Gasthaus, das mit dem Boden beginnt und mit den Jahreszeiten spricht. Die „Kräuterwirtin“ ist hier kein Titel, sondern Haltung: gesammelt wird rund ums Haus, gekocht wird, was wächst, und gewürzt wird mit dem, was Wald und Wiese gerade hergeben. Vogelmiere im Erdäpfelsalat, Brennnessel in der Panier, Fichtensprossen im Sirup – Gerda verbindet bodenständige Wirtshausküche mit der feinen Wildheit der Natur. Milch, Fleisch und Gemüse stammen aus der unmittelbaren Umgebung, viele Kräuter wachsen direkt vor der Haustür. | | | |
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| | Christine kocht! Küche zur Sonne | Graz, Steiermark In der „Küche zur Sonne“ in Graz kocht Christine Wassermann saisonal, biodynamisch gedacht und in enger Zusammenarbeit mit regionalen Produzent:innen. Im Mittelpunkt stehen Gemüse und Getreide – oft alte Sorten aus kleinstrukturierter Landwirtschaft. Dinkel, Buchweizen oder Polenta treffen auf saisonales Gemüse, mediterrane Anklänge verbinden sich mit alpenländischer Bodenständigkeit. Fleisch stammt ausschließlich von Bio-Betrieben mit hofnaher Schlachtung, Kräuter und Blüten werden selbst gesammelt. Neben Catering und Büroverpflegung öffnet das kleine Restaurant an ausgewählten Tagen seine Türen. | | |
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Gasthof & Restaurant Kalteis | Pielachtal, Niederösterreich Im Pielachtal, wo auch die Dirndlfrucht aus unserer Arche des Geschmacks zuhause ist, führen Hubert und Sonja Kalteis ein Wirtshaus, das Tradition nicht konserviert, sondern weiterentwickelt. Der Gasthof Kalteis steht für eine zeitgemäße niederösterreichische Küche, tief verwurzelt in Landschaft und Jahreszeit. Wild wird selbst erlegt und nose-to-tail verarbeitet, Gemüse stammt aus regionalen Vielfaltsgärten, Dirndl findet ihren Weg frisch, als Saft oder Marmelade auf den Teller. Es wird gedörrt, eingelegt und eingerext. Was entsteht, ist eine Wirtshausküche, die vertraut wirkt und dennoch überrascht: regional gedacht, offen für neue Impulse. | | | |
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|  für den Terminkalender | |
Samstag, 14.02.2026 Markt der Erde Lutzmannsburg | HEISS & ECHT fett | | | |
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Samstag, 21.02.2026 ARCHE NOAH | Saatgutfestival | | | |
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Donnerstag, 26.02.2026 Jahreshauptversammlung Slow Food Oberösterreich | | | |
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Samstag, 28.02.2026 Retter BioGut | Brotbackkurs mit Urgetreide | | | |
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| | „Ich will zeigen, dass regionale Küche nicht nostalgisch sein muss, sondern lebendig und modern sein kann.“ GERDA STOCKER KRÄUTERWIRTIN | | |
FOTOCREDITS | 1) BERNADETTE WÖRNDL; 2) SLOW FOOD ÖSTERREICH; 3) BERNADETTE WÖRNDL; 4) DIOGENES; 5) LEGUNET PODCAST; 6) EAT 30 PLANTS APP; 7+8) CANVA; 9) WIENER ALPEN/ SOPHIE MENEGALDO; 10) Christine kocht! Küche zur Sonne/ Croce; Stella; 11) SOPHIE MENEGALDO; 12) JÜRGEN SCHMÜCKING; | |
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