In ihrer „Küche zur Sonne“ in Graz kreiert Köchin Christine Wassermann mit ihrem Team eine sorgfältig komponierte Alltagsküche, getragen von Bio-Zutaten, alten Sorten und stabilen Beziehungen zu regionalen Produzent:innen.
„Unser Kochen ist getragen von der Freude am Tun und einem familiären Umgang mit unseren Kund:innen und Produzent:innen.“
Christine Wassermann
Die „Küche zur Sonne“ von Christine Wassermann in Graz versteht sich als Ort für sorgfältig gekochte Alltagsküche, die von der Qualität der Zutaten ausgeht. „Alles beginnt mit den Hauptakteuren: Gemüse und Getreide, mit einem Schwerpunkt auf alten Sorten aus familiär geführten Betrieben, die mit Sorgfalt und nach biodynamischen Kriterien wirtschaften – beginnend beim eigenen Saatgut“, beschreibt Christine die Grundlage ihrer Küche. Gemüse und Getreide stammen unter anderem vom Hof der Vielfalt und vom Biohof Scharler, verarbeitet wird ausschließlich saisonales Gemüse; Überschüsse werden in der jeweiligen Jahreszeit haltbar gemacht.
Auch beim Fleisch steht die Herkunft und der Umgang mit den Tieren im Mittelpunkt. „Fleisch, das wir verkochen, stammt ausschließlich von Bio-Betrieben, die ihre Tiere respektvoll und achtsam halten und ohne Transportwege direkt am Hof schlachten“, so Christine. Rindfleisch kommt unter anderem vom Biohof Greiml sowie von Dennig, Hühnerfleisch von den Biokräuterhühnern der Familie Roßmann in Eggersdorf. Eier, Erdäpfel und Kürbis werden ebenfalls vom Biohof Greiml bezogen. Bio-Fisch – Forelle, Saibling und Räucherfisch – kommt von „Biofische Bad Eisenkappel“. Getreide wie Dinkel, Hafer und Buchweizen stammt von der Biolandwirtschaft Stefan Weichsler in Sachsenburg, Polenta vom Biohof Trzic in Slowenien. „Kräuter und Blüten sammeln wir im Jahreslauf selbst, trocknen sie und verarbeiten sie weiter“, sagt Christine.
Aus diesen Zutaten entstehen „in einem sorgfältigen Zubereitungsprozess alltagstaugliche Gerichte“ – für die wöchentliche Mittagsverpflegung von Bürobetrieben, für private und berufliche Caterings sowie für Gäste im kleinen Restaurant, das derzeit an zwei Tagen pro Woche geöffnet ist. Geschmacklich spannt sich der Bogen „von mediterranen und orientalischen Einflüssen bis hin zu bodenständiger, alpenländischer Küche,“ so Christine.
Getragen wird der Betrieb von einem vielfältigen Team rund um Christine. Nachhaltiges Arbeiten wird dabei auch sozial verstanden: „Achtsames und bewusstes Tun zeigt sich für uns ebenso im zwischenmenschlichen Bereich, im Umgang mit Produzent:innen, Geschäftspartner:innen, Gästen und Kund:innen.“ Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen arbeiten hier zusammen; Kochen und Arbeiten werden als dynamischer Prozess erlebt, „getragen von der Freude am Kochen, am Tun und einem familiären Umgang,“ sagt Christine. Küche und Backstube öffnen sich zudem immer wieder für junge Menschen im Rahmen von Praktika.
Das Angebot der Küche zur Sonne ruht auf mehreren Standbeinen: Mittagsverpflegung für Büros mit wöchentlicher Anlieferung, Catering für unterschiedliche Anlässe, Gasthausbetrieb an ausgewählten Tagen sowie Kochkurse, etwa zur Herstellung von Kärntner Nudeln. „Im Zentrum steht immer die gelebte Gastfreundschaft“, sagt Christine, und der Anspruch, „unaufgeregt, nachhaltig, freundlich, fair, humorvoll, verlässlich und sorgfältig einfach gutes, gesundes Essen anzubieten“.