Slow Food Presidio

Wiener Gemischter Satz

Entstanden zur Risikominimierung, hat der Gemischte Satz in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt.

Mehrere Rebsorten in einer Flasche – ist das schon ein Gemischter Satz? Jein. Tatsächlich wird der traditionelle Wiener Weißwein aus mindestens drei und bis zu zwanzig verschiedenen Rebsorten gekeltert. Allerdings wachsen sie allesamt im selben Weingarten, werden am selben Tag gelesen und auch gemeinsam vergoren: Darin besteht der Unterschied zur Cuvée. Der Wiener Gemischte Satz hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich: Bis in die 1990er Jahre wurde er als minderwertig angesehen – inzwischen ist er überaus beliebt und trägt seit 2013 die geschützte Ursprungsbezeichnung DAC. 

Trauben wie Weißburgunder oder Grüner Veltliner bilden die Basis des Weines, Rheinriesling wird für die Säure verwendet und das Aroma häufig durch Muskateller und Traminer erzielt. Auch andere Weinsorten wie Chardonnay, Neuburger und Zierfandler werden verwendet. Je nach Mischung hat also jeder Wiener Gemischte Satz ein ganz eigenes Geschmacksprofil. Woher die Methode stammt, ist unklar. Man geht aber davon aus, dass es sich bei den verschiedenen Rebsorten in einem Weingarten um eine Art der Risikominimierung handelte, um trotz möglicher Krankheiten oder ungünstiger Wetterverhältnisse einen Teil der Ernte erhalten zu können.

Mit dem Presidio Wiener Gemischter Satz, das 2008 gegründet wurde, wollen 20 Wiener Winzer*innen die Tradition des Gemischten Satzes dokumentieren, kommunizieren, erhalten und fördern, indem sie einer einheitlichen Produktionsrichtlinie folgen, um den authentischen Gemischten Satz vor dem Verschwinden zu bewahren und gegen die zahlreichen Nachahmungen aufzutreten.

Auf einen Blick:

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