Blog, 13.09.2022

Wer sagt, dass Fernbeziehungen nicht funktionieren?

Der Kräuterexperte SONNENTOR bezieht Rohwaren von nah und fern. Dazu arbeiten die Andersmacher aus Österreich mit Bäuerinnen und Bauern weltweit zusammen, denn in unserem Klima kann nicht alles optimal wachsen. Das Geheimnis ihrer erfolgreichen Fernbeziehungen: Sie handeln fair, direkt und auf Augenhöhe.

Direkter Handel

Rund 200 biologische Kräuter, Gewürze und Kaffee bezieht SONNENTOR aus der ganzen Welt. 60 Prozent davon werden über Direct Trade bezogen, also direkt vom Bauernhof oder über Partner*innen vor Ort. So pflegen die Schätzesammler*innen des Bio-Pioniers direkte Partnerschaften zu rund 1000 Bäuerinnen und -Bauern weltweit. Das garantiert faire Preise und ermöglicht den Menschen den Aufbau einer langfristigen Existenz.

Warum in aller Welt?

Nicht alle Kräuter und Gewürze sind unserem Klima gewachsen: Exoten wie Nelken und Pfeffer gedeihen nur in südlichen Gefilden. Kräuter wie Zitronenthymian und Griechischer Bergtee bilden nur in mediterranem Klima ein besonders intensives Aroma.

Zudem wächst der Bedarf an Kräutern und Gewürzen: Das Team des Kräuterhändlers braucht mehr Rohwaren, als es in Österreich bekommt. Deshalb wird auch aus Regionen bezogen, wo es mehr als genug gibt, wie z. B. Paprika aus Spanien.

Durch verschiedene Anbaugebiete gehen die Schätzesammler*innen von SONNENTOR außerdem auf Nummer sicher, falls es regional zu Ernteausfällen kommt. So wird Lavendel etwa in Österreich und Albanien angebaut. Beide Betriebe hat das SONNENTOR Team in diesem Sommer besucht und bei der Ernte begleitet. Dabei wurden sie nicht nur vom sinnlichen Lavendelduft überrascht. „Die Herzlichkeit und Freude der langjährigen Partner war für mich überwältigend“, berichtet Marken-Botschafterin Katharina, die beide Reisen begleitete. 

Lebensgrundlagen sichern

Jedenfalls in anderen Gefilden gedeiht der von so vielen heißgeliebte Kaffee. Da Fernreisen in den vergangenen beiden Jahren schwierig waren, besuchte Schwester Karina die Partner-Kooperative von SONNENTOR in Peru. Sie war es auch, die den Kontakt im Jahr 2017 herstellte. Zwei Jahre später wurde die erste Rohwarenlieferung in Empfang genommen. Direkt und ohne Umwege. So bleibt bis heute ein großer Teil der Wertschöpfung bei den Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern selbst. Das bestätigen auch Lydia und Elmer, die mitten im Regenwald von Peru Kaffee für SONNENTOR anbauen. Mit den stabilen Einkünften möchten sie eigene Zimmer für ihre Kinder aus Lehmziegeln bauen. Auch die Familie Raminez Chinguel schätzt die Partnerschaft zu Kooperative und zu SONNENTOR, denn in Peru sind die Teuerungsraten für Lebensmittel aktuell ebenfalls sehr hoch – umso wichtiger ist es, dass die Bäuerinnen und Bauern einen fairen Lohn für ihre Arbeit bekommen und die Menschen Unterstützung erhalten, wenn sie sie brauchen.

Werte teilen

Bei SONNENTOR gibt es ein eigenes CSR-Team. Die Teammitglieder sind die Werthüter*innen des Unternehmens und haben unter anderem die Aufgabe sicherzustellen, dass alle Partner*innen entlang der Lieferkette die Werte teilen und damit auch die sozialen Standards einhalten. Dazu wurde ein eigener Verhaltenskodex (Code of Conduct) niedergeschrieben, der sich an internationalen Richtlinien orientiert. Regelmäßige Besuche vor Ort sind genauso selbstverständlich, wie dass auch die Anbaupartner*innen selbst jederzeit im Waldviertel einen Blick hinter die Kulissen werfen können. So war in diesem Jahr unter anderem Jusuf aus Bosnien mit seinen Eltern Muhamed und Enise im Waldviertel zu Besuch. Die Familie organisiert in ihrer Heimat die Wildsammlung von Kräutern und Gewürzen. Von hier stammen etwa die aromatischen Wacholderbeeren. Auf die Frage, was Jusuf sich dachte, als die Zusammenarbeit mit SONNENTOR vereinbart wurde, antwortete er: „Ich machte einen innerlichen Luftsprung und klopfte mir auf die Schulter, da das eine große Sache für uns ist.“

Mehr Infos über die Fernbeziehungen zwischen dem Waldviertel und der Welt findest du hier.

* Dieser Beitrag ist in Kooperation mit unserem Partner Sonnentor entstanden, der unsere Arbeit seit 2020 unterstützt. Danke! 

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