Griffen

Biohof Wriesnig

Am Haberberg bei Griffen, zwischen steilen Wiesen und alten Obstbäumen, führen Marlene und Christian Riepl ihren Biohof Wriesnig als geschlossenen Kreislauf. Aus der Milch ihrer Kühe entstehen Käse, Joghurt und Butter, aus dem eigenen Getreide Brot – gebacken im alten Holzofen, der wieder zum Herzstück des Hofes geworden ist.

„Milch ist so ein spannendes Produkt, weil man aus einem Grundprodukt so viele verschiedene Dinge machen kann.“

Marlene NUART & Christian RIEPL

Der Biohof Wriesnig liegt am Haberberg bei Griffen im Kärntner Bezirk Völkermarkt – eingebettet in steile Wiesen, die sich nur für die Tierhaltung eignen. Seit Generationen werden hier Milchkühe gehalten. Heute führen Marlene und Christian Riepl den Familienbetrieb gemeinsam mit Christians Bruder Thomas und Mutter Regina. Zum Hof gehören rund 40 Hektar Nutzfläche – zur Hälfte Eigenflächen, zur Hälfte Pacht – sowie 30 Hektar Wald.

Nach dem Tod von Christians Vater führte Regina den Hof allein weiter. 2014 stellte die Familie auf biologische Landwirtschaft um, 2018 pachteten Christian und Thomas den Betrieb gemeinsam von ihrer Mutter. Thomas kümmert sich seither um die Bewirtschaftung der Wiesen und Felder, Christian um die Herstellung und Veredelung der Produkte. Regina melkt die Kühe, während Marlene das Käsen und die Öffentlichkeitsarbeit übernimmt.

Auch Marlene stammt aus einer Landwirtschaft – vom Biohof Nuart. Sie und Christian lernten einander bei einem Partnerbetrieb der Nuarts kennen. Nach ihrem Studium lebte und arbeitete sie zwei Jahre in Costa Rica und zwei Jahre in den USA, bevor sie sich bewusst für das Leben am Hof entschied. „Mir ist einfach klar geworden: Landwirtschaft ist das G’scheitste, was man tun kann“, sagt sie. „Unser Arbeitsplatz ist ein wahnsinniges Privileg – und man kann sich ständig weiterentwickeln: in der Produktentwicklung, im Marketing, und gleichzeitig bleibt man geerdet.“

Etwa dreißig Milchkühe und Kälber – Fleckvieh und Jersey – leben am Hof. Die Weiden liegen direkt rund ums Haus, die Tiere können Tag und Nacht ins Freie. Gefüttert wird ausschließlich, was auf den eigenen Flächen wächst: Das gesamte Grünfutter – Silage, Heu und Frischfutter – sowie das gesamte Kraftfutter stammen aus eigener Produktion. Gedüngt wird mit hofeigener Gülle und Mist. Auch die Nachzucht erfolgt am Hof.

Ein Teil der Milch wird in der 2017 errichteten Hofkäserei verarbeitet. „Milch ist so ein spannendes Produkt, weil man aus einem Grundprodukt so viele verschiedene Dinge machen kann“, sagt Marlene. Dreimal pro Woche wird gekäst – immer nur so viel, wie auch verkauft werden kann. „Wir verarbeiten nur, was wir sicher absetzen können“, ergänzt Christian. Die übrige Milch geht an die Molkerei. Hergestellt werden Rohmilchbutter, Bröseltopfen aus Magermilch, Camembert, Joghurt, Vollmilchtopfen, Blauschimmelkäse nach Art des Stilton und Glundnerkäse aus Magermilchtopfen. „Der Glundner ist eine richtige Diva“, sagt Marlene.

Der Glundnerkäse, ein traditioneller Kärntner Sauermilchkäse, entstand ursprünglich aus der Resteverwertung nach dem Buttern: Aus der entrahmten, leicht säuerlichen Magermilch bzw. dem Magertopfen, der nach der Butterherstellung übrig blieb, wurde der Käse „geglundnet“ – also erwärmt, gesalzen und zu Laiben geformt. So wurde aus einem Nebenprodukt ein würziger, fettarmer Käse mit kräftigem Geschmack und weicher bis bröckeliger Konsistenz.

Neben den Flächen für Tierhaltung und Futterproduktion sind zwei Hektar des Betriebs dem Roggenanbau gewidmet – für das eigene Bauernbrot, das mit Sauerteig, Kümmel und Anis gebacken wird. Schon Christians Großmütter haben immer Brot gebacken, weshalb es ihm wichtig war, dieses Handwerk am Hof wieder aufleben zu lassen.

Das Mehl wird erst direkt vor dem Backen gemahlen, gebacken wird im Holzofen, der für Christian so etwas wie das Herzstück des Hofes ist. „Deshalb ist unser Brot jede Woche ein bisschen unterschiedlich“, sagt er, „weil er sich nicht aufs Grad genau regulieren lässt.“ Der alte Schweinestall wurde dafür zum Brotbackraum umgebaut; zusätzlich entstanden ein kleiner Verkaufsraum und Platz für die Imkerei.

Denn rund um den Hof wachsen zahlreiche Streuobstbäume, deren Blütezeit von den eigenen Bienen begleitet wird. Der Honig ist eigentlich ein Nebenprodukt – wichtiger ist Marlene und Christian, dass die Bienen die Obstbäume bestäuben. Ein paar Schweine leben ebenfalls am Hof; sie liefern Fleisch für Speck und Salami und werden mit der Molke aus der Käserei gefüttert. So schließt sich der Kreislauf am Biohof Wriesnig.

Auf einen Blick

Biohof Wriesnig

bio-zertifiziert

Marlene Nuart und Christian Riepl
9112 Griffen
Haberberg 19

Öffnungszeiten: Ab Hof Verkauf Freitag von 9:00 - 18:00 Uhr, Brot auf Vorbestellung bis Donnerstag Abend

zurück zur Übersicht