Bad Schwanberg

Biosphärehof Tabakscheucher

Auf einem 300 Jahre alten Hof in Schwanberg züchtet Barbara Soritz alte Nutztierrassen. Sie sorgt damit nicht nur für ihren Fortbestand, sondern fördert auch die Biodiversität.

„Wir bewirtschaften gemeinsam mit unseren Tieren den Hof.“ ­

Barbara Soritz

„Wir bewirtschaften gemeinsam mit unseren Tieren den Hof“, sagt Barbara Soritz. Ihre Tiere, das sind hauptsächlich alte Nutztierrassen, die sie hier am Tabakscheucherhof im steirischen Schwanberg zu erhalten versucht: Krainer Steinschafe, Altsteirer Hühner, Landgänse, Cröllwitzer Puten, Hausesel und Perlhühner leben hier auf fast 1000 Metern Seehöhe im steirischen Koralmgebiet. „Es wird immer deutlicher, dass Hochleistungsrassen eine Sackgasse sind“, sagt sie. Im Gegensatz zu neueren Züchtungen seien die alten Nutztierrassen standortangepasster, sie kämen mit dem, was auf den sieben Hektar Weide rund um den Hof gedeihe, gut aus: frisches Gras im Sommer, eigenes Heu im Winter. Und Barbara kennt den Unterschied: Denn als sie einst als Sennerin im Pinzgau zu arbeiten begonnen hat, hielt sie dort noch Hochleistungsschafrassen.

Heute hat sie auf Krainer Steinschafe umgesattelt. Die leben in offenen Ställen und geben sich mit dem kargen Futter in dieser Seehöhe durchaus zufrieden. Mit einem Jahr lässt Barbara die Jungtiere von einem Nachbarn, der einen zertifizierten Schlachtbetrieb hat, schlachten und vermarktet das Fleisch ab Hof. Was die Schafe auf der Weide an Gräsern und Kräutern übrig lassen, fressen die beiden Hausesel. Und gleich neben den Eseln finden die Altsteirer Hühner, die Cröllwitzer Puten, die Landgänse und Perlhühner ihr Futter. Deren Gehege ist großzügig mit Bäumen und Hecken bepflanzt, damit sie darunter Schutz vor Raubvögeln und vor der Sommerhitze finden.

Für Barbara sind die alten Nutztierrassen auch ein Beitrag, um die Biodiversität zu fördern, was ein weiteres wichtiges Anliegen ihres Hofs ist. Neben Tieren hat sie deshalb auch eine große Vielfalt an Kräutern. Wie bei den Schafen, Hühnern und Gänsen weiß sie auch hier zu jedem etwas zu erzählen: etwa, dass das Echte Mädesüß Salicylsäure enthält – eine Vorstufe von modernen Schmerzmitteln. Wenn sie die Kräuter erntet, lässt sie die Altstängel über den Winter stehen, damit Insekten einen Überwinterungsort finden. Und schließlich gedeiht auch Gemüse rund um das 300 Jahre alte Bauernhaus – das allerdings nur für den Eigengebrauch, denn auf 1000 Meter Seehöhe ist die Vegetationszeit kurz und der Ertrag nicht hoch. 

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Biosphärehof Tabakscheucher

Barbara Soritz
8541 Bad Schwanberg
Unterfresen 58