St. Georgen

Demeterhof Steiner "Nussmoar"

In einem Zusammenspiel aus Mensch, Tier, Pflanze, Boden und Kosmos wird seit den 1960ern am Demeterhof Steiner in St. Georgen ob Judenburg gewirtschaftet. Viele kleine Standbeine sind es, die den Hof heute zu einem geschlossenen Kreislauf machen.

„Die Landwirtschaft ist für mich das Vernünftigste, was man tun kann.“

Johann Steiner

Es gibt nicht viele Höfe in Österreich, die länger nach biologisch-dynamischen Richtlinien wirtschaften als der Demeterhof Steiner vulgo „Nussmoar“. Seit 1969 wird Landwirtschaft auf dem Hof im steirischen St. Georgen ob Judenburg als Kreislauf von Mensch, Tier, Pflanzen, Boden und Kosmos verstanden, eine Wirtschaftsweise, die auf den nur zufällig namensgleichen Rudolf Steiner zurückgeht. Ab 1975 ist der Hof einer der ersten Demeter-zertifizierten Betriebe der Steiermark. Dass Johann Steiner die Landwirtschaft in dritter Generation von seinen Eltern Johann und Gudrun übernehmen würde, war ihm früh klar: „Die Landwirtschaft ist für mich das Vernünftigste, was man tun kann.“

Mutter Gudrun ist noch immer wichtiger Teil des Hofs: Zweimal die Woche bäckt sie mit Roggen und Dinkel von den eigenen Feldern Brot. Den Hof führt Johann gemeinsam mit seiner Frau Karin: „Den Überblick über die 80 Rindviecher hat sie.“ Die Rindviecher, das sind Rinder der Rassen Blonde d’Aquitaine, Limousin und Murbodner, die den Sommer über auf einer 20 Hektar großen Hutweide verbringen, den Winter in einem hellen, lichtdurchfluteten Stall. Der ist wiederum selbst eine Besonderheit, weil er ein so genannter Bielenberg-Stall ist. Er wurde in den 1960ern vom gleichnamigen Professor an der TU Graz entwickelt, gilt mit seiner offenen Architektur als besonders tierfreundlich und ist ein Vorläufer der späteren Laufställe. Direkt an den Stall, und damit an die gewohnte Umgebung angeschlossen ist auch der hofeigene Schlachtraum, in dem die Rinder stressfrei geschlachtet werden. Das ist Johann und Karin auch für die Fleischqualität besonders wichtig.

Heute sind es „viele kleine Standbeine“, die den „Nussmoar“ auszeichnen: Neben der Mutterkuhhaltung haben die Steiners auch Milchkühe, aus deren Milch sie Butter, aber auch Steirerkäse herstellen, ein Arche-Produkt. Teils alte Getreidesorten wie Ebners Rotkorn, Hafer, Weizen, Dinkel und Roggen von ihren Feldern verbacken sie nicht nur im Brot, sondern verkaufen sie auch frisch gemahlen direkt ab Hof. Nebenbei haben die Steiners noch eine Friesen- und Haflinger-Zucht. Dann sind da noch die Shropshire-Schafe, die die Streuobstwiesen pflegen, aus deren Obst Johann elf verschiedene Schnäpse brennt. Und schließlich gibt es am Hof auch noch eine Tischlerei, in der er einen Großteil der Ausstattung aus dem Holz der eigenen Wälder zimmert – ein weiteres Element des Kreislaufs. 

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Demeterhof Steiner "Nussmoar"

Johann Steiner
8756 St. Georgen
Nussdorf 37