St. Oswald

Hof der Vielfalt

„Hof der Vielfalt“ trifft es für den kleinen Market Gardening Betrieb von Caroline und Bertram Michor recht gut: Auf der nur ein Hektar großen Fläche produzieren sie 40 verschiedene Gemüsekulturen und über 30 Sorten Paradeiser.

Wir wollen den direkten Kontakt zu den Kunden.

Caroline Michor

Auf der Suche nach einem eigenen Hof zum Bewirtschaften finden Caroline und Bertram Michor 2013 ein unbewohntes Haus in St. Oswald bei Plankenwarth, 20 Kilometer nördlich von Graz. Anfangs nur gemietet, können sie es mit einem halben Hektar Grund später kaufen. „Wir wollten immer im großen Stil Gemüse anbauen, aber wussten nicht wie.“ Mit der Umsetzung dieser Idee hat Bertram schon früh angefangen: Mit 19 Jahren bewirtschaftete er dereinst seinen ersten eigenen Acker: „Das war wie ein Befreiungsschlag für mich, aber hat natürlich nicht funktioniert. Gemüseanbau in Bio ist schwierig.“ Er lernt weiter, liest viele Bücher über „Market Gardening“ und arbeitet über fünf Jahre mit einem alten Gärtner zusammen, der auch selbst Samen vermehrte: „Das war eine sehr lehrreiche Zeit für mich.“

In St. Oswald können Bertram und Caroline heute von der Gemüse- und Jungpflanzenproduktion leben. Mit dem Frischgemüse, das sie auf einem halben Hektar Eigengrund und einem halben Hektar gepachtetem Grund anbauen, versorgen sie von Mai bis Oktober knapp 30 Kund*innen im Abokisterl, zusätzlich verkaufen sie ihr Gemüse auf dem Bauernmarkt am Lendplatz in Graz. „Wenn ich eine kleine Menge selbst vermarkte, dann stimmt auch der Preis und dann kann ich meine Lebensmittel auch in Zukunft produzieren,“ sagt Bertram. Die Direktvermarktung ist für ihn insofern nicht nur Ideologie, sondern auch Notwendigkeit, von der Produktion über das Marketing bis hin zum Verkauf macht er mit Caroline alles selbst. „Wir wollen den direkten Kontakt zu den Kunden. Dadurch können wir viel besser reagieren“, sagt sie. 

Die Kund*innen wiederum schätzen die große Vielfalt: 60 verschiedene Kräuter und 40 verschiedene Gemüsekulturen bauen Caroline und Bertram an, allein bei den Paradeisern sind es knapp 30 Sorten. Jede einzelne von ihnen begeistert sie: „Die Tiger-Cocktail-Paradeiser schmeckt wie ein Zuckerl,“ beschreibt Bertram etwa die dunkelrot-gestreifte Cocktailtomate. Immer mehr Saatgut können sie auch selbst produzieren, auf Hybridsorten verzichten sie komplett. Außerdem experimentiert Bertram gerade mit dem Vermehren von Feigenbäumen und seinen eigenen Bio-Honig produziert der Imkermeister ebenfalls.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Hof der Vielfalt

Caroline und Bertram Michor
8113 St. Oswald
St. Oswald 35