Seiersberg-Pirka

Lienhof

Aus dem sonnigen Garten des Lienhofs holen sich die Ernteteiler*innen Gemüse, Kräuter und Naschobst jede Woche selbst – neben aromatischen Früchten nehmen sie auch Kochinspirationen mit nach Hause.

Für mich ist es wichtig, dass ich weiß, für wen ich anbaue.

Sabine Lienhart

Eigentlich war der einen Hektar große Grund am Florianiberg in Seiersdorf-Pirka der kleinere Teil des landwirtschaftlichen Betriebs von Sabine Lienharts Eltern. Als ihr Bruder den eigentlichen Hof übernimmt, recherchiert die gelernte Grafikerin zu solidarischer Landwirtschaft und alten Sorten: „Wenn Landwirtschaft, dann muss ich mir überlegen wie.“ Mit der Neugestaltung des Lienhofs schafft sie einen Ort zum Wohnen und Arbeit, für Landwirtschaft und Direktvermarktung – zwischen einer Wohngegend und einem Grazer Naherholungsgebiet. Weil die Fläche durch die Stadtnähe begrenzt ist („Uns schaut jeder beim Arbeiten zu“), versucht Sabine in einer bunten Mischkultur aus 40 Kultur- und Wildkräutern, 40 samenfesten Gemüsesorten und einem Naschobstgarten eine möglichst große Vielfalt anzubauen.

Da alles händisch gepflanzt, bearbeitet und geerntet wird, ist der Garten in Terrassen mit leicht begehbaren Wegen angelegt. Über diese spazieren Sabines Ernteteiler*innen wöchentlich, wenn sie sich ihren Anteil selbst aus den Beeten holen. An roten Mascherln erkennen sie, welche Kulturen gerade reif und erntebereit sind. Vor und nach dem Spaziergang servieren Sabine, ihre Mutter und Mitarbeiterin Beate eine kleine Erfrischung und einen Snack als Kochinspiration für die Verarbeitung des jeweiligen Ernteanteils. Am großen Erntetisch mit Blick über die grüne Seite Seiersbergs werden Kräuter, Obst und Gemüse gewaschen und eingepackt und noch das eine oder andere Rezept ausgetauscht. 32 Wochen läuft die Erntesaison und viele Ernteteiler*innen sind mittlerweile zu Freund*innen geworden: „Wir sehen uns jede Woche – wie viele Freunde trifft man jede Woche?“

Zusätzlich ernten Sabine und Beate die Kultur- und Wildkräuter für Tees und Gewürze, die im Hofladen und Selbstbedienungs-Minimarkt verkauft werden. Durch die kleine Produktionsmenge und die händische Ernte und Verarbeitung kann jedes Kraut je nach Sonnenstand und Temperatur am geschmacklichen Höhepunkt geerntet werden. Die Kräuter werden bei einer Temperatur von 30 bis 35 Grad getrocknet – so bleibt das Aroma bestmöglich erhalten. „Das kann man ein Leben lang gern machen. Es ist genug zum Denken und zum Kreativ-Sein für mich dabei“ sagt Sabine. Sie ist überzeugt, dass sie die für sie richtige Art , Landwirtschaft zu betreiben gefunden hat.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Lienhof

Sabine Lienhart
8054 Seiersberg-Pirka
Eckleitenweg 92