Bleiburg

Sorgendorfer Schlossforelle

Wo früher Bier gebraut wurde, wachsen heute Forellen. In der ehemaligen Schlossbrauerei von Sorgendorf haben Anna und Richard Piroutz eine neue Form der Landwirtschaft geschaffen: eine naturnahe Biofischzucht, in der alles im Fluss bleibt – vom klaren Wasser des Feistritzbaches bis zum handgefangenen Fisch.

„Das Schönste ist, du bist draußen, arbeitest mit den Tieren, verarbeitest sie, verpackst sie – und jemand hat eine Freude damit.“

Anna Piroutz

Am Fuße der Petzen, auf dem Gelände der ehemaligen Schlossbrauerei Sorgendorf, betreiben Anna und Richard Piroutz seit 2021 ihre eigene kleine Bio-Fischzucht. Dort, wo einst Malz und Hopfen zu Bier gebraut wurden, liegen heute Naturteiche, in denen Bio-Bach- und Regenbogenforellen ihre Runden ziehen.

Als die beiden 2014 das Areal kauften, erwarben sie damit auch das alte Wasserrecht – also das Recht, jenes klare, kühle Wasser aus dem Feistritzbach zu nutzen, das einst zum Brauen verwendet wurde. Die Frage lag nahe, wie sich diese wertvolle Ressource sinnvoll nutzen ließe. So entstand die Idee einer Fischzucht – getragen von Richards Begeisterung für Fische, die er von seinem Vater, einem leidenschaftlichen Fischer am Klopeinersee, geerbt hat. Mit dazu beigetragen hat auch, dass die Familie bereits zuvor auf einer nahegelegenen Alm einen kleinen Teich mit Fischzucht betrieben hatte.

Und das Wasser des Baches eignet sich geradezu perfekt für die Fischzucht: Mit sieben bis acht Grad im Winter und zwölf bis dreizehn Grad im Sommer bietet es ideale Bedingungen für Forellen, die kaltes, frisches und sauerstoffreiches Wasser lieben.

Dass die Fischzucht biologisch werden würde, stand von Beginn an fest: „Wenn wir’s machen, dann bio – das entspricht einfach unserer Einstellung“, sagt Anna. Bevor 2021 die ersten Fische einzogen, hatten Anna und Richard zahlreiche Kurse besucht, sich mit erfahrenen Züchter:innen ausgetauscht und 2020 die Naturteiche am Gelände ausgehoben – samt Absetz- und Amphibienbecken, Naturbegrünung und Beschattung („Auch die Fische wollen an heißen Sommertagen Schatten.“). So entstand ein lebendiges Biotop, das nicht nur Fischen, sondern auch Insekten und Fröschen Lebensraum bietet.

Heute schwimmen in den Becken Bio-Bachforellen und Bio-Regenbogenforellen, die langsam wachsen – meist über ein bis eineinhalb Jahre, manchmal bis zu zweieinhalb. Gefüttert wird ausschließlich mit Bio-Futter und immer von Hand. „So kommen wir jeden Tag vorbei, sehen, ob alles passt – und die Fische kennen uns“, erzählt Richard. Die Zeit, die die Fische beim Wachsen bekommen, merkt man im Endprodukt: Das Fleisch der Forellen ist fest, kompakt und bleibt beim Kochen saftig.

Fischtag ist immer mittwochs – und gefischt wird nur auf Bestellung. Mit Netzen und Kescher, nie mit Stress. Getötet werden die Tiere mit einem schnellen Kopfschlag, anschließend dürfen sie ausbluten. Anna und Richard fischen, verpacken und liefern persönlich aus. Verkauft werden ganze Fische oder Filets; die Karkassen werden zu Bio-Hundefutter verarbeitet – nichts geht verloren.

Erhältlich sind die Fische in Gastronomiebetrieben der Region, etwa bei Bär & Schaf in Völkermarkt, im Biohotel Daberer sowie im eigenen kleinen Laden in der ehemaligen Malzdarre der Brauerei – dem roten Turm, der einst das Herzstück des Areals war. „Das Schönste ist“, sagt Anna, „du bist draußen, arbeitest mit den Tieren, verarbeitest sie, verpackst sie – und jemand hat eine Freude damit.“

Auf einen Blick

Produzent:in

Sorgendorfer Schlossforelle

bio-zertifiziert

Anna Piroutz
9150 Bleiburg
Sorgendorf Schloss 1

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