Fast wäre das alles nicht passiert, doch Bio brachte sie wieder zusammen: 2024 übernahmen Elena und Paul das Weingut Schabl in Königsbrunn am Wagram in fünfter Generation.
„Der Rote Veltliner ist unsere Rebsorte der Zukunft.“
ELENA & Paul Schabl
Elena lebte bereits in Neuseeland, plante, für immer dort zu bleiben, und Sauvignon Blanc zu machen. Paul wuchs am Weingut seiner Eltern auf, wollte davon jedoch nichts wissen, studierte etwas anderes und war viel unterwegs. In Montreal sagte seine Gastmutter beiläufig: „Sieh doch, wie cool es ist, ein Weingut zu besitzen.“ Damals konnte er nur darüber lachen.
Glücklicherweise führten ihre Wege sie zur selben Zeit wieder nach Hause – und zusammen. Elena war fasziniert von biologischer und regenerativer Landwirtschaft und konnte Paul damit anstecken. Bio brachte sie wieder zusammen: zueinander und zum Hof. Heute stehen sie – dankbar und manchmal selbst überrascht – gemeinsam in den Weingärten, die nun ihre Zukunft sind.
Biologisch – zwischen Wissenschaft und Intuition: Elena wollte schon vor Jahren auf eine biodynamische Farm in Großbritannien zum Wwoofen gehen. Paul hielt Biodynamie damals noch für Hokuspokus – was zu ihrem einzigen echten Streit führte. Jahre später meldete sich Paul heimlich zu einem Demeter-Basiskurs an. Als Elena davon erfuhr, konnte sie nicht mehr aufhören zu lachen. Doch was Paul dort hörte, ergab Sinn: Beobachtung, Timing und Respekt vor dem Leben.
Heute positioniert sich das Weingut zwischen organisch und biodynamisch – getragen von Wissenschaft und Intuition. Elena und Paul arbeiten intensiv im Weingarten, um im Keller so wenig wie möglich eingreifen zu müssen. Die beiden verfolgen einen minimalistischen Ansatz und verzichten auf 44 der in Österreich erlaubten önologischen Zusatz- und Hilfsstoffe. Entstehen sollen feine Weine mit Herkunft – ehrlich, pur und klar. Funk ist willkommen, Fehler nicht.
Als Rebsorte der Zukunft sehen die beiden den Roten Veltliner, eine alte, autochthone österreichische Sorte aus der Region. Er verträgt höhere Sommertemperaturen sehr gut und ist trockentoleranter. So sind die beiden zuversichtlich, den Roten Veltliner bis 2040 erfolgreich auch ohne Bewässerung kultivieren zu können.