Im Lö[ke] in Lödersdorf bei Riegersburg im steirischen Vulkanland verbindet Küchenchef Ferdinand Bauernhofer Restaurant, Permakulturhof, Kochschule und Schauküche zu einem Gesamtkonzept und folgt der Überzeugung, dass Kochen im Garten beginnt und hochwertige Lebensmittel die Grundlage eines selbstbestimmten Lebens bilden.
„Kochen beginnt im Garten.“
Ferdinand Bauernhofer
Im Lö[ke] in Lödersdorf bei Riegersburg bündelt Ferdinand Bauernhof seine internationale Laufbahn mit einer klar regional verankerten Praxis. Aufgewachsen im Almenland, erlernte er den Kochberuf mit dem Wunsch, die Welt kennenzulernen. Stationen als Küchenchef führten ihn unter anderem nach Shanghai, Barcelona, Portugal und Japan; hinzu kamen Aufenthalte in Irland und Neuseeland sowie viele Jahre in der österreichischen Haubengastronomie. Vom ambitionierten Jungkoch entwickelte er sich zum Küchenmeister und Kochlehrer. Heute fließt diese Erfahrung in einen bewusst überschaubaren, eigenständig organisierten Betrieb ein.
Das Herzstück bildet ein rund 4.000 Quadratmeter großer Permakulturgarten mit Hoch- und Hügelbeeten, Bauerngarten, Naschgarten, Obstbäumen und Beerensträuchern. Der Garten gibt die Richtung vor: Geerntet wird, was in voller Reife steht. Das Gemüse aus eigener Produktion prägt die Küche maßgeblich.
Ergänzt wird es durch Fleisch und Fisch von Landwirt:innen aus der Region rund um Riegersburg und dem Vulkanland, mit denen ein enger persönlicher Austausch besteht. „Der persönliche Kontakt mit unseren Partner:innen ist für uns ein Muss“, sagt Ferdinand. Freilandhaltung, Hofschlachtung und nachvollziehbare Produktionsweisen sind zentrale Kriterien bei der Auswahl. Neue Partnerschaften entstehen durch Gespräche und Betriebsbesichtigungen. Qualität definiert sich hier über gesunden Boden, Bewegung im Freien, natürliche Nährstoffe und sorgfältige Ernte. „Die Beschaffung hochwertiger Lebensmittel ist aufgrund der vielen kleinen Betriebe zeitaufwändig, und auch in der Zubereitung spielt Handwerkskunst und Zeit eine große Rolle – aber genau deshalb kommen die Gäste zu uns.“
Zum Lebensraum gehören auch Tiere: Hühner versorgen Familie und Kochschule mit Eiern, Kamerunschafe pflegen den Streuobstgarten, Laufenten halten die Schneckenpopulation im Gleichgewicht. Haus und Garten werden als Einheit gedacht. „Die Vervollkommnung unseres Lebensraumes ist unser Streben“, beschreibt Ferdinand diese Haltung. Gesundheit beginne bei den Grundbedürfnissen – Essen, Trinken, Schlafen und Kleidung – und bei lebendigen Lebensmitteln aus eigenem Anbau. „Der Garten gibt den Ton an. Bei uns kommt das auf den Tisch, was gerade in voller Blüte steht und geerntet werden muss.“
Das Lö[ke] ist zugleich Kochschule und Schauküche. In unterschiedlichen „Activ-Koch-Levels“ werden Gäste aktiv in die Zubereitung eingebunden. Themenmenüs – etwa Winzermenü, Gaumenzauber oder Gärtnerinnenmenü – werden als moderierte Koch-Events umgesetzt. Bei den „fliegenden Schürzen“ arbeiten einzelne Gäste pro Gang mit, während andere zusehen; im Kochkurs-Format wird unter Anleitung gemeinsam gekocht, Wissen vermittelt und auf individuelle Fragen eingegangen. „Gastronomie steht für Kontaktfreude, Gastfreundschaft, Essen und Trinken in reinster und hochwertigster Qualität. Das verbindet Menschen und gibt Kraft, uns weiterzuentwickeln“, sagt er.