Marina Schobegger führt mit dem „Viola im Garten“ im Alpengarten Bad Aussee ein kleines Café mit Fokus auf Frühstück, hausgemachte Kuchen und eine saisonal wechselnde Küche. Viele Zutaten stammen aus dem eigenen Garten, aus dem Garten ihrer Mutter oder von Produzent:innen aus der Region.
„Beim Kochen kann ich abschalten, entdecke neue Kulturen und werde mir meiner eigenen Wurzeln bewusst.“
Marina Schobegger
2024 erfüllte sich Marina Schobegger mit dem „Viola im Garten“ in Bad Aussee den Traum vom eigenen Café. Essen und Kochen spielten in ihrer Familie seit jeher eine zentrale Rolle. „Mama, Oma – sie hatten alle ihren eigenen Garten mit Gemüse, Obstbäumen, Kräutern. Nun habe auch ich einen Garten und führe die Tradition fort“, sagt sie. Vieles, was im Café verarbeitet wird, stammt aus dem eigenen Garten oder jenem ihrer Mutter.
Das „Viola im Garten“ befindet sich mitten im Alpengarten Bad Aussee, einem seit rund 100 Jahren bestehenden Schaugarten für alpine Pflanzen. Der Garten wird von der Gemeinde betrieben, das Café versteht sich bewusst als Teil dieses Ortes. Entsprechend behutsam wird auch mit der Anzahl der Tische im Garten umgegangen.
Ursprünglich war das Café nur als Saisonbetrieb gedacht. Marina wollte den Ort jedoch ganzjährig nutzen und ließ deshalb einen Holzofen einbauen, der heute in den Wintermonaten für Wärme sorgt. Während im Sommer viele Gäste den blühenden Schaugarten besuchen, prägen im Winter Frühstück, Kuchen und kleinere Feiern die ruhigere Atmosphäre des Hauses.
Von Beginn an standen Frühstück, Kaffee und Kuchen im Mittelpunkt. Aufgrund der Nachfrage ergänzte Marina später eine kleine Mittags- und Snackkarte. Die Frühstückskarte wechselt etwa alle drei Wochen, die kleinere Tageskarte noch häufiger. Auch das Kuchenangebot verändert sich laufend. „Mindestens ein, zwei Kuchen habe ich im Laufe des Tages immer im Backrohr“, sagt sie.
Eine Besonderheit des Hauses ist das „Frühstück im Nähkästchen“: Ein mit Frühstück gefülltes Nähkästchen wird wie ein Picknickkorb vorbereitet und kann im Schaugarten auf der Wiese genossen werden.
Viele Produkte verarbeitet Marina selbst oder bezieht sie aus ihrem direkten Umfeld. Gemüse, Kräuter, Obst und Sprossen stammen großteils aus dem eigenen Garten, der Apfelsaft wird aus eigenen Äpfeln in Bad Goisern gepresst. Zwetschken, Marillen oder Orangen verarbeitet Marina nur saisonal, unter anderem zu Röster. Sirupe wie Holler-, Löwenzahn- oder Kräutersirup produziert sie selbst, Heidelbeeren und Schwammerl sammelt sie im Ennstal. Die Schnittblumen und Dekorationen im Café stammen ausschließlich aus dem Schaugarten; im Winter werden die Blumen getrocknet und weiterverarbeitet.
Eine wichtige Rolle spielt auch ihre Mutter, die Honig aus eigener Imkerei liefert. „Ich weiß, wie viel Arbeit im Honig steckt, dadurch ist er ganz besonders für mich“, sagt sie.
Daneben arbeitet Marina mit ausgewählten Produzent:innen zusammen. Gemüse kommt unter anderem vom Biohof Thomanhansla, Eier und Mehl vom Goschnhof in Irdning, Bio-Rind- und Schweinefleisch vom Biohof Waldhauser. Das Brot bezieht Marina von der Bäckerei Maislinger, bei der sie selbst gearbeitet hat. „Für mich ist es das beste Brot“, sagt sie. Käse und Eis kommen von Eisl vom Wolfgangsee, Bier von Obertrumer.
Kaffee kommt von Emmas Kaffee, Bio-Tee unter anderem von Haas & Haas sowie vom Seebacherhof in Bad Mitterndorf. Die Tassen und Vasen stammen von Formfrei, der angebotene Wein vom Weingut Regner.