Preding

Biohof Kappel

Am Hof der Familie Kappel reist man zu den Wurzeln der Bio-Landwirtschaft in der Steiermark. In mittlerweile vierter Generation wird der Bauernhof heute in einer bunten Vielfalt bewirtschaftet.

Die Milchwirtschaft passt gut zu unseren Flächen.

Martin Kappel

Schon seit 1969 wird der Hof von Monika und Andreas Kappel offiziell biologisch bewirtschaftet und zählt damit zu den absoluten Pionierbetrieben in der Steiermark. Andreas' Onkel, Franz Kappel, ist damals einer der ersten Bio-Berater. Als Konsument*innen auf seine Arbeit aufmerksam werden, fragen sie vermehrt Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft nach. Andreas' Vater steigt ein: „Wenn ihr uns unterstützt, können wir uns vorstellen, das zu machen.“ Gesagt, getan, bewirtschaften sie ihren Hof weiterhin biologisch, obwohl Spritzmittel gerade im Aufkommen sind. Erst ab 1977 sind Kund*innen bereit, den Mehraufwand bei der Bewirtschaftung teilweise auch finanziell abzugelten.

Heute hat der Hof in Dobl-Zwaring bei Graz zwei wesentliche Standbeine: Zum einen die Milchwirtschaft mit der 15-köpfigen Fleckvieh-Herde. „Die Milchwirtschaft passt gut zu unseren Flächen. Die Kühe verwandeln unser Grünland in Steillagen effizient in Lebensmittel“, erklärt Martin, der Sohn von Monika und Andreas, der den Hof übernimmt. Um Nachwuchs im Stall kümmern sich die Kappels selbst und ermöglichen so eine muttergebundene Aufzucht ihrer Kälber. Morgens und abends werden ihre Kühe gemolken. Die Rohmilch pasteurisieren sie nicht, sondern verkaufen sie als Frischmilch sowie zu Naturjoghurt und Topfen verarbeitet ab Hof.  

In der hofeigenen Backstube bäckt indes Monika aus selbst angebautem Roggen- und Dinkelmehl Sauerteigbrot. Jeden Donnerstag heizt sie um drei Uhr Früh den Schamottofen mit Holz ein. Ab Mittag trudeln die Kund*innen am Hof ein, um sich ihr frisch gebackenes Bio-Holzofenbrot zu kaufen. Und haben die Qual der Wahl: Nicht nur, dass sie aus fünf verschiedenen Sorten Brot aussuchen können - Monika und ihr Team backen auch eine große Vielfalt an Weckerl, freilich alle mit Getreide von den eigenen Feldern, das direkt nach der Ernte am Hof vermahlen wird. Ob es für die Kunden schwierig sei, am Hof einzukaufen? „Wir sind schon im letzten Graben daheim, aber uns findet man“, sagt Monika und lacht. Dahinter hört man die bunte Hühnerschar gackern, die sich um den mobilen Stall tummelt. Es sind Sussex, deutsche Sperber und Sulmtaler Hühner: Wie bei allem am Hof der Kappels wird auch hier die Vielfalt groß geschrieben.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

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