St. Anna am Aigen

Biohof Pranger

Feingemüse aus biologischer Landwirtschaft zu produzieren, braucht viel Wissen und Erfahrung, doch mit zwei Generationen, die Seite an Seite arbeiten, geht es am Gemüsehof der Familie Pranger ans Eingemachte.

Was nicht frisch gegessen wird, wird eingerext.

Sabrina Pranger

Als Anita und Werner Pranger 1989 den Hof von Werners Eltern übernehmen, stellen sie den Betrieb schon im darauffolgenden Jahr auf biologische Landwirtschaft um: „Uns war schnell klar: Es geht nur so.“ Anfang der 1990er Jahre zählen sie damit zu den Bio-Pionieren in der Südoststeiermark. Bald kommen zu den Rindern und Schweinen die ersten Gemüsefelder. Und am Ende sind sie es, die bleiben dürfen: Ab 2000 wird auf dem Hof in in Sankt Anna am Aigen nur noch Feingemüse angebaut, das immer auch direkt vermarktet wird. Unterstützt werden Anita und Werner mittlerweile von ihren Kindern Sabrina und Patrick, die voll in den Betrieb eingestiegen sind und frische Ideen einbringen: „Wir versuchen uns gerade an unterschiedlichen Favabohnen wie Edamame, die eine gute Zwischenfrucht sind, aber auch richtig gut schmecken,“ erzählt Patrick. 

Obwohl es anfangs schwierig war („Bio-Gemüse für den Verkauf ist eine eigene Liga“), gelingt die Spezialisierung auf Feingemüse, sodass die Prangers bald auch an den Lebensmitteleinzelhandel liefern: Tomaten, Gurken, Paprika, Melanzani, Pfefferoni, Essiggurken, Zucchini und Rote Rüben. Anitas Lieblinge sind freilich die Raritätensorten, die sie für die Arche Noah als Partnerbetrieb züchtet und erhält.

Immer mehr Gemüse verkauft Familie Pranger mittlerweile über das eigene Gemüse-Abokistl. Rund 250 Kistln stellen sie jede Woche in der Region direkt nach Hause zu. Die Kund*innen bleiben trotzdem völlig flexibel: „Viele unserer Kunden haben im Sommer eigenes Gemüse aus dem Garten, da wollen wir sie nicht an das Kisterl binden.“ Denn was nicht im Kistl landet, rext Sabrina Pranger zu „Schätzen im Glas“ ein. Ursprünglich aus einer Not heraus entstanden, weil der Handel kurzfristig abgesprungen ist, ist das eingelegte Gemüse heute zu einem wichtigen Standbein geworden: „Das erste Rezept hab' ich da drin mit der Oma ausprobiert,“, sagt sie über einen alten Kessel, in dem sie ihre frühen Versuche gemacht hat. Heute wird von Krautsalat und Roten-Rüben-Salat bis hin zu Essiggurken und dem eigenen Hausketchup alles Mögliche verarbeitet, was die sommerlichen Gemüsefelder hergeben.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Biohof Pranger

Anita Pranger
8354 St. Anna am Aigen
Jamm 54