Leutschach an der Weinstraße

Demeter-Weingut Maria und Sepp Muster

Auf dem Schlossberg im steirischen Leutschach keltern Maria und Sepp Muster Weine im Einklang mit der Natur. Naturweine sagen die einen. Unverfälscht, auf das Wesentliche reduziert, ein Zusammenspiel zwischen Erde, Himmel und Reben nennen es Sepp und Maria.

„Landwirtschaft bedeutet auch, die Natur zu beobachten und zu lernen.“

Sepp Muster

„Das hat für mich vieles verändert“, sagt Winzer Sepp Muster. Er erzählt von einem dreiwöchigen biodynamischen Grundkurs, an dem er und seine Frau Maria während ihrer Weltreise Ende der 1990er teilgenommen haben. Dieser scheinbar zufällig gewählte Kurs prägt nicht nur den weiteren Verlauf ihrer Reise: Schon auf dem nächsten Halt in Australien besuchen die beiden biodynamische Höfe und arbeiten als Wwoofer:innen (freiwillige Helfer:innen auf biologischen Bauernhöfen) mit. Und auch zurück im steirischen Leutschach wird danach einiges anders: Sepp und Maria wollen selbst biodynamisch arbeiten – allen Widerständen und Herausforderungen zum Trotz. Als sie 2003 das Weingut von Sepps Eltern Rudolf und Theresia übernehmen, stellen sie es auf biologische Bewirtschaftung um und schließen sich dem Demeter-Verband an. „Landwirtschaft bedeutet nicht nur, hart zu arbeiten, sondern auch die Natur zu beobachten und von ihr zu lernen“, sagt Sepp.

Das Weingut am Schlossberg hatte sein Vater 1978 gekauft: „Es war immer sein Traum, ein Weingut zu haben.“ In den zehn Hektar Weingärten wachsen heute unter anderem Zweigelt, Morillon und Sauvignon Blanc – viele in Steillagen, die nur händisch bearbeitet werden können. Die Reben wachsen bei ihnen weiter als gewöhnlich nach oben – nach der Eindrahterziehung, die Marias Vater entwickelt hat: „Der Wein ist eine Kletterpflanze, die sich früher auf Bäumen emporrankte. Dem wollen wir so gut wie möglich gerecht werden.“ Denn so bringe die Rebe auch den Charakter des Bodens besser zum Ausdruck. Dabei handelt es sich um den für die Region typischen, kargen Kalkmergelboden: den Opok – der Name ist vermutlich abgeleitet von "zusammengepackt".

Den Einsatz von Kupfer und Schwefel gegen Krankheiten halten Sepp und Maria möglichst gering. Sie versuchen stattdessen, die Vitalität ihrer Reben vorwiegend mit biodynamischen Präparaten zu stärken, beispielsweise mit feingeriebenem Quarzsand. „Der bringt die Pflanze in eine gute Spannung.“ Das einzigartige Zusammenspiel aus Boden, Himmel und Kosmos ist es, was die beiden noch heute am Weinbau fasziniert. Im Keller gilt dabei das Motto „Weniger ist mehr“: Maria und Sepp vergären alle Weine spontan, einige Weißweine auch auf der Maische, also mitsamt den Traubenschalen, was mehr Farbpigmente und Tannine löst und sie orange färbt. Nach der Fermentation dürfen die Weine bevorzugt in Eichenfässern reifen. „Damit sie Luft holen können“, sagt Sepp. Schließlich ist auch die lange Fassreifung ein wichtiges Element der Weine von Sepp und Maria Muster: „Wir wollen ihnen Zeit geben.“

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Demeter-Weingut Maria und Sepp Muster

Sepp und Maria Muster
8463 Leutschach an der Weinstraße
Pößnitz 51