Pöllau

Hofkäserei Thanei

Die Suche nach einem eigenen Hof zum Bewirtschaften hat Margot Thanei aus Vorarlberg in die Steiermark gebracht. Heute käst sie dort vielfach prämierte Ziegenkäse.

Ich möchte die alte Art zu käsen erhalten.

Margot Thanei

Man könnte sagen, dass Margot Thanei das Käsen in die Wiege gelegt wurde: Die gelernte Hotelfachfrau stammt ursprünglich aus dem Bregenzerwald und ist dort praktisch mit der Käseliebe aufgewachsen. In die Steiermark sind sie und ihr Mann auf der Suche nach einem eigenen Hof zum Bewirtschaften gezogen. Mit der Milch ihrer ersten 13 Ziegen begannen sie 2002 selbst zu käsen. Anfangs noch gemischt mit Kuhmilch („Ziegen sind einfach sehr empfindlich – einen Tag geben sie Milch, den nächsten nicht“), produzierte Margot bald auch reinen Ziegenkäse. Und das von so hoher Qualität, dass sich die Auszeichnungen im kleinen Hofladen mittlerweile eng aneinander reihen. 

Rund 110 Saanen- und Antilup-Ziegen sowie 60 Fleckvieh-Kühe leben heute auf dem biologisch bewirtschafteten Hof in Pöllau nahe Hartberg. Täglich zweimal melkt Margot ihre Tiere und verarbeitet die Milch direkt frisch weiter – an sieben Tagen pro Woche und im Zwölf-Stunden-Takt von Hand, ohne Zusatzstoffe, rein mit biologischen Käsekulturen und tierischem Lab. „Am Sonntag mach‘ ich natürlich die weniger aufwändigen Käse, aber gekäst wird bei mir jeden Tag,“ sagt Margot über ihre Leidenschaft fürs Käsen, die selbst nach 25 Jahren nicht nachzulassen scheint. „Ich möchte das erhalten, damit man die alte Art zu käsen nicht verlernt.“ Bröseltopfen, Cremetopfen, Mozzarella, Camembert, Grillkäse, Frischkäse, Gouda – Margot käst eine große Vielfalt, die sie dienstags, mittwochs und samstags am Grazer Bauernmarkt verkauft: „Die Kunden mögen es, dass ich selbst am Markt stehe.“

Um die Außenarbeiten kümmert sich Margots Mann. Ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist dabei das Futterbereiten für die Tiere, die dank offener Futtertröge immer zwischen Weidegras, Heu und Silage wählen können: „Die Tiere sollen selbst entscheiden können, was ihnen gerade schmeckt. Wir Menschen wollen ja auch nicht immer das Gleiche essen.“ Während das Heu reich ist an Rohfaser und wertvollen Wiesenblumen, hat Silofutter viel Eiweiß – beides wichtig für den Geschmack der Milch und für den daraus produzierten Käse. Verstreut um den Hof stehen auch 150 Obstbäume, die allesamt abgeerntet werden: Unzählige Apfel- und Birnensorten – darunter auch die für die Region typische Hirschbirne – sowie Zwetschken werden gedörrt oder zu Saft gepresst und gemeinsam mit dem Käse am Markt verkauft.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

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Hofkäserei Thanei