Trofaiach

Meine kleine Farm

Weiße, braune, grüne Eier – auf der kleinen Farm gibt es sie alle. Doch mitunter muss Katharina Varadi-Dianat sie rund um den ganzen Hof suchen. Denn ihre bunte Hühnerschar hat die Freiheit zu tun, was sie will.

Freiere Hendln gibt’s nicht!

Katharina Varadi-Dianat

„Willkommen am Hof der wilden Hühner“, begrüßt uns Katharina Varadi-Dianat, während sie sich den Weg durch ihre bunte Hühnerschar bahnt. Den Rhythmus auf ihrer kleinen Farm bestimmen allein die 120 Hennen. Eingezogen sind sie kurz nach der Finanzkrise 2008, als Katharina ein Fremdwährungskredit vor eine finanzielle Herausforderung stellte und der Betrieb allein mit den damals vorhandenen Streuobstwiesen und Schafen nicht mehr lebensfähig war. Und so leben auf dem Hof in Trofaiach in der Obersteiermark seither neben gewöhnlichen Lohmann-Hühnern auch Zwerghennen und sogar Nackthalshühnern und Grünleger-Hühner. „Ich hab‘ jeden Tag Ostern,“ sagt Katharina, wenn sie erzählt, dass sie ihre Eier rund um den ganzen Hof suchen muss, weil sich ihre wilden Hühner natürlich auch beim Eierlegen nicht an bestimmte Orte halten. Immerhin zwischen 40 und 60 Eier findet sie jeden Tag, die sie über ein Ei-Abo mit Zustellung an ihre Kund*innen verkauft.

Mit ihrer Freiheit wissen die Hühner gut umzugehen. So haben sie sogar den Schafstall erobert, in dem eigentlich die braunen Bergschafe, die Zwergschafe und die Walliser Schwarznasen zuhause sind. Doch die Schafe bleiben ohnehin nur die erste Woche nach der Geburt der Lämmer im Stall, dann übersiedeln sie wieder auf die Weiden rund um den Hof. Dort wachsen sie langsam und natürlich, bis sie ein Schlachtgewicht von 38 Kilogramm erreichen. Weil sie nichts außer Gras, Heu und Silage bekommen, dauert das mitunter neun bis zehn Monate, doch Katharina hat keine Eile: „Ich schlachte erst dann, wenn ich das Fleisch vergeben habe.“ Rund 25 Tiere sind es jedes Jahr.

Insgesamt bewirtschaftet Katharina heute 24 Hektar, wovon zwölf Hektar Wald und fünf Hektar Alm sind. Der Rest sind die Streuobstwiesen, die es der Pomologin ursprünglich angetan hatten und auf denen sich heute ihre Hühner und Schafe tummeln: „Wir brauchen diese Biodiversität. Auf einer Streuobstwiese findet man bis zu 3000 Tierarten und bis zu 2000 Pflanzen.“ Allein direkt am Hof gibt es Bohnapfel, Idared, Cox Orange, Maschanzker, Kronzprinz Rudolf, Kanadische Renette und Schafnase zu entdecken. Gemeinsam mit dem „Genuss-Reich“ kreierte Katharina Varadi-Dianat deshalb einen besonderen Apfelsaft, für den auch Äpfel von privaten Streuobstwiesen zu einem fairen Preis angekauft werden: den „Eisenstraßen-Apfelsaft“. Wer die Köstlichkeiten ab Hof einkaufen möchte – unbedingt vorher anrufen, denn wer weiß, ob Katharina gerade rund um den Hof unterwegs ist oder doch auf einer der vielen Streuobstwiesen in der Region. 

Bis 30.9.2021 erhalten Kund*innen der Steiermärkischen Sparkasse beim Besuch am Betrieb gegen Vorlage ihrer Bankomatkarte der Steiermärkischen Sparkasse ein saisonales Goodie.

Danke an die Steiermärkische Sparkasse, die dieses Produzent*innen-Porträt ermöglicht hat.

Auf einen Blick:

Produzent*in

Meine kleine Farm

Katharina Varadi-Dianat
8793 Trofaiach
Vordernbergerstraße 47/2